Künstliche Befruchtung und Chancen erhöhen

Chancen erhöhen für künstliche Befruchtung

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Wenn ein Paar sich für eine künstliche Befruchtung entscheidet, liegt meistens schon ein langer Leidensweg hinter ihnen. Der Kinderwunsch konnte auf natürlichem Wege nicht erfüllt werden und alle Hoffnung und Bemühungen des Paares waren umsonst. Nur weil eine natürliche Befruchtung nicht gelingt, heißt es aber noch lange nicht aufgeben! Viele Paare mit Kinderwunsch entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung, weil sie ihren Wunsch nach einem Baby nicht aufgeben wollen und durch eine künstliche Befruchtung die Chancen erhöhen wollen, doch noch eine Familie zu werden. Dabei sollten Mann und Frau nicht alles den Ärzten überlassen, sondern können selbst große Teile dazu beitragen, dass die Befruchtung gelingt und die Schwangerschaft bestehen bleibt. Die folgenden Tipps könen helfen, den Weg zum eigenen Baby ebnen.

Die Rolle der Frau

Bei einer künstlichen Befruchtung spielt sich ein Großteil der Behandlung im Körper der Frau ab. In der ersten Phase bekommt sie eine Hormonbehandlung, bei der mehrere Eizellen heranreifen sollen. Dies ist für den Körper eine enorme Herausforderung, denn unter normalen Umständen reifen nur 1-2 Eizellen pro Zyklus heran. Um jedoch die Chancen auf eine Befruchtung und Einnistung zu erhöhen, benötigt man möglichst viele reife Eizellen. Diese Hormonbehandlung ist sehr anstrengend und die Frau sollte sich in der Zeit viel Ruhe gönnen und sich klar machen, dass ihr Körper gerade Höchstleistungen vollbringt. Auch durch die vielfältigen möglichen Nebenwirkungen der Hormonbehandlung ist es zu empfehlen, Kräfte zu sparen und Prioritäten zu setzen. Der Fokus sollte in dieser Zeit ganz darauf liegen, was der Frau gut tut und sie entspannt. Je mehr Ruhe und Kraft der Körper hat, desto besser kann er seiner wichtigsten Aufgabe nachgehen: Möglichst viele gesunde Eizellen zu produzieren.

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Wurden die Eizellen entnommen und befruchtet, sollte es ganz darum gehen, sich psychisch auf das bevorstehende Einsetzen und die Einnistung zu konzentrieren. Die emotionale Verfassung hat einen großen Einfluss auf die körperliche Verfassung, daher sollte die Frau sich psychisch ganz auf die Vorstellung einer bevorstehenden Schwangerschaft einlassen. Je nachdem, wie viele Eizellen erfolgreich befruchtet wurden und wieviele das Paar einsetzen lassen möchte, kann es auch zu einer Mehrlingsschwangerschaft kommen. Aber egal ob eines oder mehrere: Eine Schwangerschaft ist eine weitere Höchstleistung des weiblichen Körpers und sollte mit viel Ruhe und Unterstützung einher gehen. Um Unterstützung und Hilfe bitten ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern kann genau wie die künstliche Befruchtung die Chancen erhöhen, den Wunsch vom eigenen Baby zu erfüllen.

Die Rolle des Mannes

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Im Gegensatz zur Frau trägt der Mann einen vergleichsweise einfachen Teil zur künstlichen Befruchtung bei. Er gibt sein Sperma am Tag der tatsächlichen Befruchtung im Kinderwunschzentrum ab, dieses wird aufbereitet und dann für die Befruchtung der Eizellen genutzt. Die wichtige und ebenso anstrengende Rolle des Mannes besteht darin, seine Partnerin so gut wir möglich zu unterstützen und zu entlasten. Er sollte sich umfassend darüber informieren, welche Auswirkungen sowohl die Hormonbehandlung als auch das Entnehmen und wieder Einsetzen der Eizellen auf den Körper und die Psyche seiner Partnerin haben. Wenn ihm bewusst ist, welche Leistung seine Frau vollbringt, wird er über Stimmungsschwankungen und Kraftlosigkeit hinweg sehen und sich darauf vorbereiten, im Alltag und Haushalt mehr Aufgaben zu übernehmen. Er kann seiner Partnern so gut wie möglich den Rücken frei halten und sich drum kümmern, dass sie Ruhephasen bekommt und sich nicht zu viel zumutet. Hat die Befruchtung geklappt, kann er diese Einstellung dann gleich in die (ebenso anstrengende) Schwangerschaft und Geburt mitnehmen.

Sport und Fruchtbarkeit

Wer schon vor der Phase einer künstlichen Befruchtung viel Sport getrieben hat, der sollte damit auf keinen Fall ganz aufhören. Der Körper ist Auslastung gewöhnt und hat seine Bedürfnisse und seinen Umsatz auf den regelmäßigen Sport eingestellt und braucht ihn daher auch. Während all den Anstrengungen wird die Frau aber ganz natürlich spüren, dass sie weniger Energie hat und sich nicht stark anstrengen kann. Diesen Signalen des Körpers sollte sie vertrauen und sich nicht unter Druck setzen, körperliche Leistungen vollbringen zu wollen. Bewegung, Muskellockerung und ein aktiver Kreislauf sind gesund – jedoch während dieser Phase nur in Maßen!
War Sport bisher kein Thema im Leben, dann sollte spätestens jetzt eine realistische Routine regelmäßiger Bewegung in den Alltag eingebaut werden. Denn ein aktiver Körper hat einen gesünderen Stoffwechsel, mehr Sauerstoff im Blut und allgemein mehr Kraft, um auch anstrengende Phasen (Hormonbehandlung, Schwangerschaft…) zu meistern.
Regelmäßiger Sport kann auch dem Mann helfen, da ein gesunder und aktiver Körper auch gesündere Spermien produziert. Dafür ist kein Leistungssport nötig, es genügt mehrmals die Woche eine Runde Joggen, Schwimmen oder ein Besuch im Fitnessstudio. Wovon Männer in der Phase der Babyplanung absehen sollten: regelmäßiges oder langes Fahrrad fahren! Der Druck und die Reibung der Hoden kann zu einer Überhitzung und Quetschungen führen. Ein vorübergehender Verzicht kann die künstliche Befruchtung in ihren Chancen erhöhen.

Ernährung während dem Kinderwunsch

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist immer wichtig, aber in der Phase der künstlichen Befruchtung ganz besonders! Der Körper sollte nun bei Mann und Frau so gesund wie möglich sein, um auch gesunde Spermien und Eizellen produzieren zu können. Ganz besonders die Frau sollte nun darauf achten, mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt zu sein. Ihr Körper soll immerhin nach der anstrengenden Befruchtung auch noch eine Schwangerschaft stemmen können. Möglichst viel Obst und Gemüse sollte die Basis der Ernährung bilden, um eine Vielzahl verschiedener Vitamine zu essen. Als Grundregel bei Obst und Gemüse gilt: Je bunter der Teller gefüllt ist, desto vielfältiger ist der Nährstoffgehalt der Mahlzeit. Dazu sollten komplexe Kohlenhydrate gegessen werden, wie etwas Vollkorn, brauner Reis und Kartoffeln. Fleisch und tierische Produkte wie Milch, Käse und Eier sollten nur einen kleinen Teil pro Mahlzeit ausmachen. Am besten kommen diese Produkte außerdem aus biologischer Haltung, um keine Hormone und Antibiotika über die Nahrung aufzunehmen. Je mehr Salate und Gemüse gegessen werden, desto mehr Ballaststoffe hat auch die Verdauung zu Verfügung – und diese spielt eine große Rolle bei der gesamten Gesundheit des Körpers!

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Die Frau sollte in jedem Fall Folsäure und Jod bereits vor einer bestehenden Schwangerschaft einnehmen! In Kombination sind sie nicht nur wichtig für das zukünftige Baby, sondern erhöhen auch die Fruchtbarkeit.

Die Auswirkung von Stress

Stress ist in jeder Lebensphase Gift für den Körper, in dieser wichtigen Phase der Familienplanung kann er jedoch besonders negative Auswirkungen haben! Hat der Mensch Stress, arbeiten die Körperfunktionen nur noch auf Sparflamme, da die Instinkte darauf ausgelegt sind, jederzeit zu kämpfen oder zu flüchten. In dieser Hinsicht sind wir eben noch genauso angelegt wie unsere urzeitlichen Vorfahren. Um den Körper also optimal all seine gewünschten Funktionen erfüllen zu lassen, müssen wir möglichst entspannt sein. Gerade wenn die künstliche Befruchtung die Chancen erhöhen soll, allen Widerständen zum Trotz ein eigenes Baby zu bekommen! Jetzt ist es besonders wichtig, den Körper und Geist darauf vorzubereiten, welch wichtige Lebensphase bevorsteht. Durch regelmäßige Entspannungsübungen kann das Paar sich gemeinsam auf die Wünsche und Pläne konzentrieren. Vorfreude ist ein wichtiger Bestandteil von einer entspannten und vertrauensvollen Grundhaltung. Alle Alltagsaufgaben, die nicht absolut notwendig sind, sollten beiseite gelegt werden und die Zeit der künstlichen Befruchtung absolute Priorität haben. Auch Freunde und Familie können mit ins Boot geholt und, wann immer möglich, um Verständnis und Hilfe gebeten werden. So gelingt diese Phase so gut wie möglich und Mann und Frau tragen alles dazu bei, damit die Befruchtung ein Erfolg und aus einem Paar eine kleine Familie wird.

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