Hinweis: dieser Informationstext dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. storchgeflüster übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Wie immer gilt es, einen Arzt und ggfs. Psychologen oder Rechtsanwalt zu konsultieren.

IVF Kinderwunsch

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Was ist eine IVF? Ist es für ein Paar oder eine Einzelperson nicht möglich, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen, kann die In-Vitro-Fertilisation (IVF) weiterhelfen. Hierbei handelt es sich um eine künstliche Befruchtung, bei der die Eizelle nicht im Körper der Frau, sondern im Labor (in vitro) mit den Spermien befruchtet wird. Nachfolgend finden Sie ausführliche Informationen zum Verfahren. Erfahren Sie hier unter anderem, wann eine IVF helfen kann, wie hoch die IVF Erfolgschancen sind, wie der Ablauf genau ist und wie viel die IVF Behandlung kostet.

 

Was ist eine IVF?

Was bedeutet IVF (In-Vitro-Fertilisation)?

Kann der Kinderwunsch nicht auf natürlichem Wege erfüllt werden, ist es in vielen Fällen dennoch möglich, mittels In-Vitro-Fertilisation eine Schwangerschaft einzuleiten. Die In-Vitro-Fertilisation, kurz IVF, ist die gängigste Methode der künstlichen Befruchtung.

Was ist eine IVF? Definition & Überblick

Die Bezeichnung „In-Vitro-Fertilisation“ ist lateinisch und bedeutet „Befruchtung im Glas“.

Die IVF ist ein Prozess, bei dem die Eizellen einer Frau außerhalb ihres Körpers befruchtet (Fertilisation) und anschließend wieder in den Körper eingesetzt werden. Das Verfahren hilft Personen, die nicht auf natürliche Weise Schwanger werden können.

Die IVF dauert in der Regel mehrere Wochen und wird in verschiedenen Schritten abgewickelt.

Eine IVF Behandlung umfasst i. d. R. Folgende Schritte:

IVF Ablauf

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  • Hormonelle Stimulation (Medikamentöse IVF Behandlung)
  • Einleitung des Eisprungs
  • Entnahme der Eizellen (Punktion)
  • Spermiogramm (Analyse des Ejakulats)
  • Gewinnung und Vorbereitung der Spermien
  • Die Befruchtung in einem Labor
  • Das Einpflanzen der Embryonen in den Unterleib (Transfer)

Ansprechpartner & Hilfe

IVF Ansprechpartner

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Wichtige Ansprechpartner sind:

Geschichte & Entwicklung

Seit wann gibt es die IVF?

Die IVF wurde in den 60er und 70er Jahren von Patrick Steptoe und Robert Edwards entwickelt. Robert Edwards erhielt im Jahr 2010 dafür den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Die erste gelungene In-Vitro-Fertilisation wurde bereits am 10.11.1977 im Vereinigten Königreich Großbritanniens durchgeführt. Als Louise Joy Brown im Jahr 1978 geboren wurde, was dies eine weltweite Sensation. Heutzutage zählt die IVF jedoch zu den Standardbehandlungen in der künstlichen Befruchtung.

Wie viele Kinder kommen mithilfe von IVF auf die Welt?

Seit 1978 sind weltweit mehr als 8 Millionen Menschen dank der IVF auf die Welt gekommen. Allein in Deutschland sind es mittlerweile fast 250.000, wie das deutsche IVF Register berichtet. Während im Jahr 2011 nur etwa 7000 Kinder mittels IVF geboren wurden, waren es 2015 bereits über 20.000. Gleichzeitig nimmt die Rate der Mehrlings- bzw. Zwillingsschwangerschaften europaweit ab und lag im Jahr 2015 bei etwa 14%.

Dem Jahrbuch des DIR (deutsches IVF Register) zufolge, waren im Jahr 2016 ganze 3 % der Schwangerschaften auf eine IVF zurückzuführen. 2016 wurden über 23.500 Kinder dank der außerkörperlichen Befruchtung geboren.

Gründe & Ursachen für eine IVF

In welchen Fällen kann eine IVF helfen und für wen eignet sich dieses Verfahren?

Gründe für IVF

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Es gibt verschiedene Ursachen und Gründe, bei denen eine Schwangerschaft nicht auf natürlichem, jedoch mithilfe einer IVF möglich ist. Hierzu zählen zum Beispiel eine:

  • Endometriose
  • irreparable Schädigung der Eileiter
  • leichte Einschränkung der Zeugungsfähigkeit vom Mann
  • Immunologische Sterilität (Antikörper gegen die Spermien)

Auch wenn keine erkennbare Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden kann, ist eine Schwangerschaft mittels IVF oftmals möglich. In Deutschland kann eine IVF durchgeführt werden, wenn die Schwangerschaft bei einem Paar trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über ein vollständiges Jahr ausbleibt.

In vielen Fällen des unerfüllten Kinderwunsches wird in erster Linie versucht, eine Schwangerschaft mittels Insemination herbeizuführen. Hierbei wird das Sperma künstlich in den Genitalbereich einer hormonell stimulierten Frau übertragen. Klappt dies nicht, gilt die IVF als nächste, erfolgversprechende Möglichkeit.

Erfolgschancen & Erfolgsrate – Die IVF Chancen

Wie hoch ist die IVF Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft?

Die IVF Erfolgschancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft hängen von verschiedenen Faktoren ab. Die IVF Erfolgsrate liegt jedoch im Durchschnitt bei etwa 25 % pro Versuch. Das bedeutet, dass durchschnittlich jeder vierte bis fünfte Transfer eines Embryos zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führt.

Einer Studie von Forschern aus Bristol und Glasgow zufolge, steigen die IVF Chancen nach 6 Versuchen auf 65 %. Bei der Studie wurden die Fruchtbarkeitsbehandlungen von über 160.000 Frauen analysiert und ausgewertet.

Die IVF Chancen können aber auch schon beim ersten Versuch auf 60 % gesteigert werden, wenn mehrere Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden. Hierbei steigt allerdings auch die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft.

Frischzyklen & Kryokonservierung

Im Jahr 2016 wurden insgesamt knapp 66.000 frische Zyklen (sowohl IVF als auch ICSI) durchgeführt. In ca. 90% der Fälle kam es dabei zu einem tatsächlichen Transfer und in 33 % der Fälle zu einer Schwangerschaft.

Kryokonservierung

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Wie dem Jahrbuch des IVF Registers weiterhin zu entnehmen ist, wurden im Jahr 2017 knapp 110.000 Behandlungszyklen registriert. Davon wurden 16.721 Schwangerschaft mittels Frischzyklen und 6.820 Schwangerschaft mittels Auftauzyklen (Kryokonservierung) erzielt. Während die Erfolgswahrscheinlichkeit bei einem Kryotransfer bei etwa 17,7 % liegt, beträgt sie beim Frischtransfer ca. 22,5%.

Faktoren & Einflüsse

Wovon hängt die IVF Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft ab?

Hier finden Sie die Faktoren, die die IVF Erfolgschancen erhöhen bzw. verringern können:

  • Alter: Die IVF Erfolgsrate ist insbesondere vom Alter der Frau, deren Eizellen entnommen werden, abhängig. Bei jüngeren Frauen sind die IVF Chancen höher als bei älteren Frauen. Während die IVF Erfolgswahrscheinlichkeit bei Frauen unter 35 Jahren bei etwa 34-40 % liegt, haben über 45-jährige Frauen nur noch eine IVF Erfolgschance von etwa 12 %. Im Zweifelsfall kann jedoch auch eine Spender-Eizelle genutzt werden.
  • Vorausgegangene Schwangerschaft: Die Chance für eine erfolgreiche IVF ist höher, wenn die Frau in der Vergangenheit schon einmal schwanger war. Die IVF Chancen steigen umso mehr, wenn das betroffene Paar bereits ein gemeinsames Kind bekommen hat.
  • Qualität der Samen & Eizellen bzw. Ursache der Unfruchtbarkeit: Die IVF Erfolgschancen hängen ferner von der Ursache der Unfruchtbarkeit bzw. von der Qualität der Samen und / oder Eizellen ab. Vor allem Beeinträchtigungen des Eisprungs können die IVF Erfolgschancen verringern. Die IVF Erfolgsrate fällt außerdem niedriger aus, wenn sowohl die Frau als auch der Mann von einer Fruchtbarkeitsbeeinträchtigungen betroffen sind. Es ist jedoch auch möglich, Spermien und / oder Eizellen von Spendern zu verwenden.
  • Lebensstil: Auch der Lebensstil kann einen mindernden Effekt auf die IVF Erfolgsrate haben. So wirkt sich beispielsweise Rauchen negativ auf die IVF Erfolgschancen aus. Weiterhin können sowohl Unter- als auch Übergewicht die Erfolgsaussichten der IVF verringern und außerdem das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Tatsächliche Geburtenrate

Was ist bei einer IVF die tatsächliche Geburtenrate?

Reproduktionsmedizin

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Bei den Statistiken ist zu beachten, dass die tatsächliche Geburtenrate etwas geringer ausfällt, als die Schwangerschaftsrate. Die Schwangerschaftsrate beschreibt nämlich die Übertragung einer erfolgreich befruchteten Eizelle (bzw. eines Embryos), während die Geburtenrate sich auf die tatsächlich geborenen Babys bezieht. So kam es im Jahr 2016 zu 65.772 IVF Behandlungen, von welchen 61.980 zu einer Befruchtung und 56.413 zu einem Transfer führten. 18.772 davon führten mit einer klinischen Schwangerschaft und in 12.688 Fällen kam es zur tatsächlichen Geburt.

Somit kam es im Jahr 2016 in etwa 90 % der Fälle zu einem Transfer und in 33 % zu einer Schwangerschaft. In 90 % der Fälle, bei denen es zu einer Schwangerschaft kam, liegen Ergebnisse vor. Daraus lässt sich folgern, dass 2016 durchschnittlich 22,5 % aller Transfers zu einer Geburt führten.

Die IVF birgt, wie auch die ICSI (weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Befruchtung“), ein leicht erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Allerdings zählen sowohl die klassische IVF als auch die ICSI zu den erfolgreichsten Verfahren der künstlichen Befruchtung. In Deutschland gab es bis 2014 etwa 170.000 Babys, die mittels IVF geboren wurden (Quelle: IVF-Register).

Schätzungen zufolge enden etwa 12 bis 15 % aller Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt. Bei Schwangerschaften, die mittels künstlicher Befruchtung zustande kamen, liegt dieser Wert mit schätzungsweise 15 bis 30 % etwas höher als bei der natürlichen Konzeption. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Geburt mit zunehmendem Alter sinkt und bspw. bei Frauen ab 43 Jahren unter 8 % liegt. Jüngere Frauen haben hingegen eine viel höhere Chance ein Kind auf die Welt zu bringen.

IVF Vorbereitung & Voraussetzungen

Was ist vor einer IVF zu beachten?

Für eine IVF müssen einerseits einige Voraussetzungen erfüllt werden, andererseits gibt es auch einige Vorbereitungs-Tipps, die die IVF Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft steigern können. Außerdem übernimmt die Krankenkasse nur in bestimmten Fällen einen Teil der IVF Kosten.

Welche Voraussetzungen für die Kostenbeteiligung der Krankenkassen erfüllt werden müssen, erfahren Sie im Abschnitt „IVF Kosten“.

Was sind die Voraussetzungen für eine IVF?

Für eine IVF gibt es einige medizinische Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Hierzu zählen ein positiver Röteln-Immunstatus bei der Frau sowie ein negativer HIV Status beider Partner.

IVF Vorbereitung

Vor der IVF werden zunächst einige Untersuchungen vorgenommen:

  • Mann: Spermiogramm (Untersuchungsergebnisse der Ejakulatanalyse) und Messung der Hormonwerte; ggf. auch eine urologische Untersuchung. Der Mann sollte außerdem ca. 3 bis 4 Tage vor der Punktion (Eizellenentnahme) nicht mehr ejakulieren. Dadurch kann eine möglichst hohe Menge und gute Qualität der Samen gewährleistet werden.
  • Frau: Untersuchung der Cervix (Gebärmutterhals), des Endometriums (Gebärmutterschleimhaut) und der Eileiter (Ovidukt) auf mögliche Veränderungen. Außerdem wird überprüft, wie regelmäßig der Menstruationszyklus ist. Zur Erhebung der Krankengeschichte ist auch eine Anamnese wichtig.

Was ist bei der IVF Vorbereitung zu beachten?

Es ist sowohl auf organisatorischer als auch auf mentaler Ebene sinnvoll, sich auf eine IVF vorzubereiten. Durch bestimmte Maßnahmen kann beispielsweise auch die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft durch eine IVF Vorbereitung gesteigert werden.

IVF Vorbereitung

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  • Unter anderem ist es für die Frau sehr empfehlenswert, bereits vor der IVF Behandlung mit dem Rauchen und dem Trinken von Alkohol (oder anderen Drogen) aufzuhören.
  • Beide Partner sollten außerdem auf eine gesunde Ernährung achten, um die IVF Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen. Ärzte empfehlen Frauen vor allem auf die ausreichende Aufnahme von Folsäure und Vitamin D zu achten bzw. bei Bedarf diese als Präparat einzunehmen. Aber auch die Qualität der Spermien kann durch eine gesunde Ernährung verbessert werden.
  • Zu der IVF Vorbereitung zählt auch die Verabreichung der hormonell stimulierenden Medikamente. Injizieren Sie Ihre Medikamente planmäßig und besorgen Sie sich am besten einen Medikamentenplan, damit Sie einen optimalen Überblick über die Verabreichungszeiten haben.
  • Vermeiden Sie Stress. Studien zeigen, dass ein erhöhtes Stress-Level die Erfolgswahrscheinlichkeiten einer IVF senkt. Zur Stressreduktion können Sie z. B. Atemübungen, moderaten Sport oder Meditation einsetzen.
  • Überlegen Sie, ob Sie mit Ihrem Arbeitgeber und Ihren Kollegen über die IVF sprechen möchten. Bedenken Sie hierbei auch die vielen bevorstehenden Fehlzeiten, die Sie begründen müssen. Außerdem kann es durch die hormonelle Behandlung zu diversen Beschwerden wie etwa Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder Unwohlsein kommen.

IVF Ablauf & Behandlung

Wie ist der IVF Ablauf? Welche Methoden und Behandlungen kommen in Frage?

Wie bereits einleitend erwähnt, verläuft eine IVF in verschiedenen Schritten. Nachfolgend finden Sie zunächst eine Übersicht vom IVF Ablauf. Anschließend gehen wir ausführlich auf die einzelnen Schritte wie die hormonelle Behandlung, die Befruchtung der Eizelle und den Transfer des Embryos ein.

Der IVF Ablauf im Überblick:

Vorbereitende Maßnahmen sind:

  • Spermien-Untersuchung: Zunächst werden die Spermien hinsichtlich Ihrer Anzahl, Form und Beweglichkeit überprüft. Auch eine Überprüfung auf eine mögliche Infektion ist wichtig. Ein Spermiogramm gibt Auskunft über Zeugungsfähigkeit des Mannes.
  • Hormonelle Stimulation: In den meisten Fällen ist es notwendig, die Eierstöcke hormonell zu stimulieren. Die hormonelle Stimulation erhöht die Anzahl der Eibläschen (Follikel), die Entwicklungsfähigkeit und die Qualität der Eizellen. Außerdem können hierdurch die Reifung der Follikel und der Eisprung zeitlich optimal geplant werden.

Die eigentliche IVF verläuft in folgenden 3 Schritten:

  1. Die Punktion der Eizellen: Als Eizellen-Punktion wird das Verfahren bezeichnet, bei dem die Follikel durch die Vagina entnommen werden. Hierbei werden unter Ultraschallsicht etwa 5 bis 15 befruchtungsfähige Eizellen entnommen, welche anschließend in einer speziellen Nährflüssigkeit platziert werden. Der Eingriff zur Punktion wird i. d. R. unter einer kurzzeitigen Vollnarkose durchgeführt und dauert zumeist ca. 10 bis 15 Minuten.
  2. Die Befruchtung: Für die Befruchtung wird zunächst eine Spermienprobe des Mannes benötigt, welche mittels Masturbation gewonnen wird. Das Sperma wird anschließend gewaschen, konzentriert und dann mit den Eizellen in ein Reagenzglas gebracht. Sperma und Eizellen verbleiben zusammen in einem Wärmeschrank (Brutschrank), bis die Eizellen befruchtet sind. Werden die Erfolgsaussichten hierbei als zu gering eingestuft, kann auch ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert werden. Dieses Verfahren wird als Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) bezeichnet.
  3. Der Embryo-Transfer: Sobald die Eizelle befruchtet ist, wird diese als Embryo bezeichnet. Nach etwa zwei Tagen ist der Embryo achtzellig und kann in die Gebärmutter transferiert werden. Der Embryo wird hierbei mittels eines dünnen und biegsamen Katheters in die Gebärmutterhöhle übertragen. Dort kann der Embryo sich schließlich ganz natürlich in die Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Ovarielle Stimulation (Hormonbehandlung)

Ovarielle Stimulation

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Die ovarielle Stimulation bei der IVF wird umgangssprachlich auch als Hormonbehandlung bezeichnet. Hierbei werden nämlich verschiedene Hormone verabreicht, welche die Chancen für eine erfolgreiche IVF erhöhen.

In der Regel werden bei einer IVF folgende Hormone verabreicht:

  • GnRH-Agonisten oder GnRH-Antagonisten (Downregulation)
  • FSH (Follikelstimulierende Hormone)
  • hCG (humanes Choriongonadotropin)

Was bedeutet bei der IVF die Downregulation?

Am Anfang der Hormonbehandlung steht zumeist die Downregulation, also die Verabreichung der GnRH-Agonisten oder -Antagonisten, welche einen unkontrollierten Eisprung verhindern. Der Eisprung ist hierbei nicht erwünscht, da die Eizellen bei der anschließenden Punktion aus den Eibläschen gewonnen werden.

(Der Eisprung bezeichnet das Ausstoßen einer Eizelle aus dem Follikel. Weitere Informationen zum Unterschied zwischen Follikel und Eizelle finden Sie im nächsten Abschnitt)

FSH – Was bedeutet das bei der IVF ?

Nach der Downregulation werden die sogenannten FSH (Follikelstimulierende Hormone) verabreicht, welche die Eierstöcke dazu stimulieren, nicht wie gewöhnlich nur eine, sondern mehrere Eizellen zu produzieren. So können mehrere Eizellen zur Befruchtung gewonnen werden, was die IVF Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft erhöht.

Einer britischen Studie zufolge ist es optimal, wenn ca. 15 Eizellen heranreifen. Um dies zu erzielen, injiziert sich die Frau für den ermittelten Zeitraum (etwa 11 bis 13 Tage) das FSH-Präparat subkutan (unter die Haut). Dies kann mittels Spritze oder Pen erfolgen und selber oder z. B. vom Partner durchgeführt werden.

Die Dauer der ovariellen Stimulation variiert je nachdem, wie die Frau auf die Behandlung anspricht. Zur Ermittlung werden regelmäßig Ultraschallbilder angefertigt und die Östradiol-Werte im Blut gemessen. Dadurch kann beurteilt werden, wie das Wachstum verläuft und ob sich die Follikel wunschgemäß entwickeln.

Die Verabreichung der Hormone sollte stets nach Anweisungen des Arztes erfolgen. Wichtig ist hierbei, dass zwischen zwei Injektionen immer 24 Stunden liegen. Wurde die erste Injektionen also bspw. am Montag um 18 Uhr verabreicht, sollte die nächste Injektion am Dienstag um 18 Uhr erfolgen.

hCG – Was bedeutet das bei der IVF ?

Nach der ovariellen Stimulation wird der Eisprung mittels hCG-Spritze gezielt ausgelöst. Das hCG (humanes Choriongonadotropin) ist ein Schwangerschaftshormon, welches natürlicherweise bei einer Schwangerschaft gebildet wird und für den Beginn und die Erhaltung dieser verantwortlich ist. Bei der IVF Vorbereitung wird es einmalig mittels Spritze unter die Haut injiziert. Nach etwa 34 bis 36 Stunden kommt es dadurch zum Eisprung, sodass auch der optimale Zeitpunkt für die Punktion (Eizellengewinnung) ermittelt werden kann.

IVF Punktion – Die Entnahme der Eizellen

Was bedeutet bei einer IVF die Punktion? Wie werden die Eizellen entnommen?

Bei dem eigentlichen IVF Ablauf ist der erste Schritt die sogenannte Punktion. Dies bezeichnet die Entnahme der Eizellen bzw. Follikel.

Als (Ei)Follikel oder auch Eibläschen wird die Einheit der Eizellen (Ovarien) und der sie umgebenden Zellen bezeichnet. Die Follikel dienen als Schutz bei der Heranreifung der Eizellen. Die enthaltenen Granulosazellen produzieren außerdem das Sexualhormon Östradiol, welches für die Reifung und Entwicklung der Eizellen nötig ist.

Vor der Punktion wird per Ultraschall überprüft, ob die Follikel eine ausreichende Größe erreicht haben und ob sie in der benötigten Anzahl vorhanden sind. Die IVF Punktion findet circa 36 Stunden nach der Einleitung von dem Eisprung, also 3 Tage nach der hCG-Spritze, statt. Sie wird i. d. R. unter einer kurzzeitigen Narkose durchgeführt und dauert ca. eine viertel Stunde lang.

Sie sollten allerdings etwa 1,5 Stunden für den gesamten Eingriff einplanen. Vor der IVF Punktion werden nämlich noch Untersuchungen sowie eine Anamnese durchgeführt und nach dem Eingriff ist auch eine kurze Erholungsphase notwendig. Aufgrund der Betäubung sind während des Eingriffs keinerlei Schmerzen zu erwarten.

Beim Eingriff wird ein Ultraschallgerät, welches mit einer hauchdünnen Nadel versehen ist, in die Vagina eingeführt. Dadurch ist es möglich, unter Ultraschallsicht die Follikelflüssigkeit, in der sich die Eizellen befinden, abzusaugen.

Die Flüssigkeit wird anschließend in eine Petrischale gegeben, in welcher mittels Mikroskop die Eizellen aufgefunden werden können. Nun können die gewonnenen Eizellen in eine spezielle Nährflüssigkeit gegeben werden, um dann mit den Samenzellen befruchtet zu werden.

Die Samengewinnung

Gewinnung der Spermien mittels Masturbation

Spermiengewinnung Masturbation

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Für die IVF Befruchtung können sowohl frische als auch kryokonservierte (tiefgefrorene) Spermien verwendet werden, welche mittels Masturbation des Mannes in einem speziellen Raum gewonnen werden.

Männer, die Schwierigkeiten damit haben, „auf Bestellung“ zu ejakulieren, können dies mit den Ärzten besprechen, um eine alternative Lösung zu finden. Ist der Weg nicht zu weit, kann das Sperma z. B. auch Zuhause gewonnen und in einem speziellen Behältnis zur Klinik transportiert werden.

IVF Befruchtung

IVF Ablauf – Die Befruchtung

Sobald die Eizellen und Spermien gewonnen und vorbereitet wurden, kann die Befruchtung eingeleitet werden. Die Chancen für eine erfolgreiche IVF Befruchtung liegen bei 50 bis 70 Prozent. Hierbei gibt es, je nach Spermien-Qualität, verschiedene Verfahren.

Bei der klassischen IVF Befruchtung werden die Spermien mit den Eizellen in einem Reagenzglas zusammengebracht und verbleiben dann anschließend 24 Stunden gemeinsam in einem Wärmeschrank bei 37 Grad. So kann, zwar im Labor aber dennoch auf natürliche Weise, eine der vielen Samenzellen den Weg zur Eizelle finden und diese befruchten.

IVF Reagenzglas

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Bei einer Beeinträchtigung der Samen, kann eine sogenannte intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) die Wahrscheinlichkeit für eine IVF Befruchtung erhöhen. Hierbei wird ein einzelnes Spermium mittels Pipette in eine Eizelle eingefügt.

Diese Art der IVF Befruchtung ist zum Beispiel sinnvoll, wenn:

  • die Beweglichkeit der Spermien gestört ist
  • die Anzahl der Spermien im Ejakulat sehr gering ist
  • die Befruchtung bei dem klassischen Verfahren ausbleibt

Weitere Sonderformen der IVF Befruchtung sind:

  • Intracytoplasmic Morphologically Selected-Sperm Injection (IMSI)
    Bei diesem Verfahren werden die Spermien mittels eines Mikroskops analysiert, sodass ein spezielles Spermium ausgesucht werden kann, welches eine höhere Befruchtungs-Wahrscheinlichkeit verspricht.
  • Testikuläre Spermienextraktion mit ICSI (TESE-ICSI)
    Hierbei wird das Spermium nicht aus dem Ejakulat gewonnen, sondern mittels einer Biopsie der Hoden.
  • Mikrochirurgische Epididymale Spermatozoenaspiration (MESA-ICSI)
    Bei dieser Vorgehensweise werden die Spermien mit Hilfe von einem Operationsmikroskop aus den Nebenhoden gewonnen.

IVF Kosten

Wie hoch sind die IVF Kosten?

Die Frage, wie hoch die IVF Kosten tatsächlich sind, kann nicht allgemein beantwortet werden, da dies von verschiedenen Faktoren abhängt. In erster Linie sollte geklärt werden, ob die Krankenkasse einen Teil der IVF Kosten übernimmt.

Folgende Kosten werden grundsätzlich komplett übernommen:

  • Die Basisdiagnostik, also die Untersuchungen zur Klärung der Ursachen
  • Die ausschließlich medikamentöse Behandlung (wie z. B.: hormonelle Stimulation bei Eizellreifungsstörungen)

Ob auch die Kosten für die eigentliche IVF Behandlung übernommen werden und wenn ja, in welcher Höhe, ist jedoch unterschiedlich. Hierbei sei gesagt, dass die Krankenkassen i. d. R. höchstens 50 % der IVF Kosten übernehmen.

Kosten der künstlichen Befruchtung im Überblick

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die ungefähren Kosten, die ja nach Methode und je nach Beteiligung der gesetzlichen Krankenkasse anfallen. Je nach ausgewählter Kinderwunschklinik können die Kosten etwas variieren.

Die Kostenbeteiligung der privaten Krankenkassen fällt sehr unterschiedlich aus, weshalb nachfolgend nur die gesetzliche Krankenkasse aufgeführt werden kann, welche sich nach den „Richtlinien zur künstlichen Befruchtung“ § 27a richten. Genauere Informationen zum Eigenanteil bei einer privaten Versicherung können Sie bei Ihrer Krankenkasse und der ausgewählten Kinderwunschklinik erfragen.

Kosten je nach Methode mit und ohne eine Beteiligung der gesetzlichen Krankenkassen:

  • Insemination (IUI)
    250 € ohne Stimulation (Übernahme von bis zu 50 % der Kosten für höchstens 8 Zyklen)
    1000 € mit Stimulation (Übernahme von bis zu 50 % der Kosten für höchstens 3 Zyklen)
    (Eigenanteil ca. 125 bzw. 500 €)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
    3300 € (inklusive aller Medikamente und Narkosemittel)
    Übernahme von bis zu 50 % der Kosten für höchstens 3 Zyklen
    (Eigenanteil ca. 1600 €)
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI):
    3800,00 € (inklusive aller Medikamente und Narkosemittel)
    Übernahme von bis zu 50 % der Kosten für höchstens 3 Zyklen
    (Eigenanteil ca. 1900 €)

Besonderheiten & Zusatzleistungen

Bei den Zusatzleistungen erfolgt keine Kostenbeteiligung der Krankenkassen.

Hier finden Sie einen Überblick über die ungefähren Kosten der Zusatzleistungen:

  • Spermien-FISH-Analyse: 250 € (Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung)
  • Embryonenkultur: 280 € (unter Time-Lapse-Beobachtung für einen Transfer am dritten Tag)
  • Blastozystenkultur: 520 € (unter Time-Lapse-Beobachtung für einen Transfer am fünften Tag)
  • Kryo-Embryotransfer: 700 € (ohne Medikamente)
  • Kryokonservierung: 500 € (Spermien, Hodengewebe oder befruchtete Eizellen)
  • Assisted Hatching: 200 € (Laserbehandlung der Eizellen-Hülle)
  • SDI-Test: 250 € (Spermien-DNA-Integritätstest)

Tipp für Dich! Steigere die Chance auf eine Schwangerschaft während Deiner IVF!

Stelle Dir nun vor, Du bist fest entschlossen, eine künstliche Befruchtung vornehmen zu lassen! Dann schliesst sich für die meisten Frauen die nächste logische Frage, ob es denn noch irgendwas gibt, was sie tun können, um die Chance schwanger zu werden während einer IVF noch weiter zu erhöhen?

Fakt ist: Es ist durch zahlreiche Studien inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Du durch gezielte Stimulation von Körper & Geist Deine Chance schwanger zu werden massiv beeinflussen kannst. Forscher der Harvard Medical School haben diesen Sachverhalt seit über 20 Jahren belegt und kommen zu dem Ergebnis, dass die Chance mehr als verdoppelt werden kann!

Wie? Unter anderem durch gezielte Visualisierungen, Meditationen, Yoga-Übungen und eine gute Vorbereitung.

Jetzt magst Du Dich fragen, ob das auch für Dich gilt? Es gibt natürlich nie eine Garantie, aber storchgeflüster hat keinen Aufwand gescheut und einige der besten Kinderwunschexperten aus Deutschland in einem Online-Kurs zusammengebracht. Probiere es aus und lass Dich überzeugen!

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IVF Voraussetzungen für die Kostenbeteiligung der Krankenkasse

Leider kann nicht immer eine Kostenbeteiligung über die Krankenkasse gewährleistet werden. Hierfür müssen, neben einer Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung, einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Nachfolgend finden Sie die allgemeingültigen Voraussetzungen und Kriterien für die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Fragen Sie jedoch im Zweifelsfall direkt bei Ihrer Krankenkasse nach, um näheres zu erfahren.

Fakten zur & Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sind:

  • In der Regel nur bei verheirateten Paaren möglich (Seit dem 07.01.16 können nichteheliche Lebensgemeinschaften in Berlin, Sachen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen eine Förderung zur IVF Behandlung erhalten, insofern sie alle weiteren Voraussetzungen erfüllen)
  • Möglich ab der Vollendung vom 25. Lebensjahr (Männer & Frauen) bis zum 40. Lebensjahr bei Frauen und zum 50. Lebensjahr bei Männern
  • Vor der IVF Behandlung muss die Krankenkasse den Behandlungsplan genehmigen
  • Der Eigenanteil variiert bei den verschiedenen Krankenkassen
  • Die Anzahl der Versuche ist beschränkt
  • Die Partner müssen von einem unabhängigen Arzt medizinisch und psychosozial betreut werden (Beratungsbescheinigung)

Kriterien & Methoden

Je nach Art bzw. Schwere der Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung werden außerdem andere Methoden der künstlichen Befruchtung von der Krankenkasse übernommen. Nachfolgend finden Sie die Kriterien für eine Kostenbeteiligung der Krankenkasse je nach Geschlecht und Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung.

Bei Männern:

  • Insemination (IUI)
    Bei einer leichten Beeinträchtigung bzw. Störung der Samenproduktion
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
    Bei einer unerheblichen Einschränkung des Samenbefunds bzw. wenn die IUI erfolglos blieb
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
    Bei einem deutlich eingeschränkten Spermienbefund; wenn keine Spermien im Ejakulat enthalten sind (TESE-ICSI) bzw. wenn die klassische IVF erfolglos blieb

Bei Frauen:

  • Insemination (IUI)
    Bei einer leichten Störung (z. B. bei ungenügendem Zervixschleim)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
    Bei verschlossener bzw. fehlender Eileiter oder bei unerklärlicher Kinderlosigkeit

IVF Forum & Erfahrungsberichte

Wenn Sie vorhaben, eine IVF vornehmen zu lassen, ist es empfehlenswert, sich zunächst in IVF Foren zu erkundigen. In einem IVF Forum können Sie sich zum Beispiel Rat zu diversen Fragen holen und Informationen zu den IVF Erfahrungen der anderen Paare (bzw. Einzelpersonen) einholen.

Vorteilhaft ist hierbei auch die Anonymität. Dadurch ist es nämlich möglich, etwaige Fragen ganz offen zu stellen. So kann zum Beispiel erfragt werden, welche Erfahrungen andere Männer mit der Spermiengewinnung gemacht haben und welche Alternativen ihnen angeboten wurden, falls es Schwierigkeiten bei der Ejakulation in der Klinik gibt.

Außerdem können bspw. die Ursachen der Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung offen angesprochen werden, sodass anschließend Rat zu den geeigneten Methoden eingeholt werden kann. Ferner ist es auch möglich, sich Rat zu den IVF Erfahrungen oder Kosten einer bestimmten Kinderwunschklinik einzuholen.

Beachten Sie jedoch, dass es i. d. R. notwendig ist, sich bei den Foren anzumelden, um Fragen stellen oder Antworten verfassen zu können.

Empfehlenswerte Foren für IVF-Ratsuchende sind:

Hier finden Sie einige Beispiele für wissenswerte Themen aus IVF Foren:

Berichte zu den IVF Erfahrungen finden Sie z. B. hier:

Unter anderem sind z. B. auch folgende Fragen und Antworten interessant:

IVF Risiken

Es gibt einige IVF Risiken, welche von Unwohlsein, über ein Ausbleiben der Schwangerschaft bis hin zu Fehlgeburten reichen. Weiterhin zählt auch die Geburt von Zwillingen bzw. Mehrlingen zu den IVF Risiken, da dies Gefahren birgt. In diesem Abschnitt gehen wir daher auf die Erfahrungen und Statistiken zu den IVF Risiken ein.

Welche IVF Risiken bei den geborenen Kindern bestehen, erfahren Sie im Abschnitt „IVF Kinder“.

Überstimulation

Schmerzen aufgrund der Hormone

Ein mögliches Risiko bei einer IVF ist die sogenannte Überstimulation. Hierbei wachsen also zu viele Eizellen durch die Hormonbehandlung heran. Statt der erwünschten 10-15 Follikel wachsen bei etwa 5 % der Frauen deutlich mehr (manchmal bis zu 40 Eibläschen) heran.

Bei einer solchen übermäßigen ovariellen Stimulation verspüren die betroffenen Frauen Beschwerden, welche von einem Druck im Unterleib über Unterbauchschmerzen bis hin zu Blutgerinnungsstörungen und Atemnot reichen.

Bei ca. 1 % aller Frauen kommt es jedoch auch zu schwerwiegenderen Komplikationen. Bei ihnen sackt Körperflüssigkeit in die Lunge, das Bauchfell und das Gehirn. In diesem Fall ist ein mehrtägiger Aufenthalt in der Klinik mit Behandlungen wie Punktionen notwendig.

Zwillinge & Mehrlinge

IVF Zwillinge

Bild & Quelle: Justyna Troc, shutterstock

Zu den Risiken wird ferner die erhöhte IVF Wahrscheinlichkeit für die Schwangerschaft mit Zwillingen oder Mehrlingen gezählt. Dieses Risiko besteht jedoch nur dann, wenn mehrere Embryonen eingepflanzt werden. In Deutschland dürfen laut Gesetzt maximal 3 Embryonen transferiert werden. Durch das Einpflanzen mehrerer Embryos werden nämlich auch die Erfolgschancen erhöht, da sich nicht alle befruchteten Zellen auch tatsächlich einnisten. Der Transfer von 3 Embryos wird i. d. R. jedoch nur bei Frauen über 38 Jahren durchgeführt.

Während bei einem natürlichen Verlauf nur etwa 1 von 1000 Schwangerschaften zu Drillingen führt, liegt diese Rate bei einer künstlichen Befruchtung von Frauen zwischen 35 und 38 Jahren bei etwa 2 %.

Die Mehrlingsschwangerschaft ist deshalb so gefährlich, da die Gebärmutter der Frau nicht darauf ausgerichtet ist. Ein mögliches Risiko ist zum Beispiel eine Frühgeburt, welche ggf. zu Entwicklungsstörungen oder Beeinträchtigungen des Babys führen kann. Bei Mehrlingen kann jedoch auch die Fruchtblase vorzeitig reißen. In diesem Fall gelangen Keime in die Gebärmutter und es kommt folglich zu einer Fehlgeburt.

IVF Risiken durch die Eingriffe

IVF Risiken bestehen auch bei den verschiedenen Eingriffen, was jedoch sehr selten der Fall ist. So ist es beispielsweise mögliche, dass es bei der Punktion zu einer bakteriellen Infektion der Eierstöcke kommt. Außerdem kann es bei der Punktion zu einer Verletzung des Darms, der Blase oder der Blutgefäße kommen. Weiterhin bestehen bei einer Narkose auch alle typischen Risiken der Anästhesie. Aus dem Jahresbericht des IVF-Registers aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass jedoch nur bei 0,7 % der Punktionen Komplikationen auftreten.

Beim Mann besteht außerdem ein Verletzungsrisiko, wenn die Samenzellen aus den Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden.

Das Ausbleiben der Schwangerschaft

Ausbleiben der Schwangerschaft

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Natürlich ist auch das Ausbleiben der Schwangerschaft eines der IVF Risiken. In einzelnen Fällen kann es schon bei dem Heranwachsen der Follikel zu Probleme kommen, sodass die Behandlung vorzeitig abgebrochen werden muss. Weiterhin ist es möglich, dass bei der Punktion keine Eizelle gefunden werden kann. Darüber hinaus kann nicht hundertprozentig gewährleistet werden, dass die Eizelle tatsächlich befruchtet wird. Außerdem kann nicht garantiert werden, dass sich eine befruchtete Eizelle letztendlich auch einnisten. Bleibt die Schwangerschaft aus, kann jedoch ein weiterer Versuch bzw. eine alternative Lösung dennoch zum Erfolg führen.

IVF Kinder

Haben IVF Kinder einen gesundheitlichen Nachteil?

Es ist nun über 40 Jahre her, dass das erste Kind mittels IVF geboren wurde. Seither steht immer wieder die Frage im Raum, ob durch IVF geborene Kinder einen gesundheitlichen Nachteil haben. Zunächst sei gesagt, dass der Großteil der IVF Kinder absolut gesund ist, wie eine große Studie aus den USA zeigt.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2014 weist jedoch darauf hin, dass IVF Kinder ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlbildungen haben könnten. Hierbei ist allerdings nicht geklärt, ob das Risiko tatsächlich auf die IVF Behandlung oder aber auf die Gene der Eltern zurückzuführen ist. Außerdem nutzen oftmals insbesondere ältere Paare eine IVF, sodass auch das höhere Alter einen Grund für die erhöhten Risiken darstellen könnte.

Eine neuere Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die Spermienwerte der Männer, welche mittels ICSI geboren wurden, leicht eingeschränkt sind. Dies könnte jedoch durchaus auch auf die Gene, die sie von ihren Väter geerbt haben, zurückzuführen sein.

Insgesamt sind bei IVF Kindern vor allem ein Risiko für Einschränkungen der Gefäßfunktion sowie ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie) im Gespräch. Dies wird auch in der neusten Studie vom Journal of the American College of Cardiology thematisiert.

Das deutsche Ärzteblatt fasst verschiedene Studien über IVF Kinder zusammen und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass IVF Kinder häufiger an Bluthochdruck leiden als die auf natürliche Weise geborene Kinder. Laut einer Studie des wissenschaftlichen Fachmagazins Fertility and Sterility aus dem Jahr 2017 ist das Risiko jedoch nur geringfügig erhöht.

Um das Risiko möglichst gering zu halten, ist es empfehlenswert, Übergewicht zu vermeiden, sich ausreichend zu bewegen und sich gesund zu ernähren.

Die Ursachen

Die Ursachen für mögliche Risiken sind noch ungeklärt

Noch ist nicht eindeutig geklärt, welche Faktoren sich negativ auf die IVF Kinder auswirken könnten. Einen möglichen Einflussfaktor könnte zum Beispiel die Nährflüssigkeit bzw. das Kulturmedium darstellen, in welchem die Eizellen und Spermien zusammengebracht werden. Diese Annahme basiert auf einer Studie vom American Journal of Physiology mit Mäusen.

Weiterhin könnte z. B. auch der Zeitpunkt für den Embryo-Transfer entscheidend sein. Aber auch Einflussfaktoren wie die Temperatur oder die Konzentration von Sauerstoff und CO2 in der Luft sind denkbare Gründe.

Zur Minimierung der Risiken für die IVF Kinder wäre das Hinterlegen möglichst vieler Informationen zu den IVF Kindern und den genauen Vorgehensweisen hilfreich. So könnte der Einfluss der einzelnen Methoden genauer untersucht werden. Hierbei ist u. a. das sogenannte IVF Register sehr nützlich. Zwar gibt es in Deutschland ein IVF-Register, jedoch ist das nicht in allen Ländern der Fall.

IVF Register

Was ist das IVF Register und welche Aufgaben hat es?

Das IVF Register führt alle Behandlungsdaten der IVF in Deutschland zusammen, sodass die Qualität der Therapien bestmöglich analysiert, kontrolliert und folglich auch verbessert werden kann.

Das IVF Register veröffentlicht regelmäßig Jahresbücher, in denen alle aktuellen Daten zur IVF in Deutschland enthalten sind. Diese Jahresbücher sind öffentlich und können daher von jedem eingesehen werden. Die Jahresberichte enthalten viele Fakten, Studien und Statistiken zur reproduktionsmedizinischen Therapie in Deutschland aber auch wissenschaftliche Auswertungen dieser.

Bereits 1978, nach der Geburt des ersten IVF Kindes, wurden die ersten IVF Register in verschiedenen Ländern gegründet. So wurde etwa in Großbritannien die “Human Fertilisation and Embryology Authority“ (HFEA) ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine staatliche Behörde, welche für die Erhebung und Auswertung der Daten und deren Überwachung geschaffen wurde.

 

In Deutschland kam es zu diesem Zeitpunkt zu einem Zusammenschluss von diversen Arbeitsgruppen an Universitäten und der anschließenden Errichtung vom deutschen IVF Register. Ab dem Jahr 1992 werden Daten von fast allen deutschen Einrichtungen zur künstlichen Befruchtung in dem Jahrbuch des IVF-Registers veröffentlicht.

Der hohe finanzielle und zeitliche Aufwand wird hierbei vollständig von der Ärzteschaft getragen. Die Auswertungen sind sowohl von öffentlichem Interesse als auch von hohen ärztlichen Wert. Die Daten ermöglichen nämlich eine Qualitätssicherung, eine Überprüfung der Arbeit und auch eine Qualitätssteigerung der IVF Behandlungen.

Das Register ist aber nicht nur für das Fachpersonal bedeutend. Jeder Interessierte kann im Register alle bisherigen Statistiken und Fakten über die IVF einsehen und sich somit selbst ein Bild über die möglichen Risiken und Chancen machen. Aber auch die Kinderwunschkliniken greifen z. B. bei der Beratung über die Erfolgsaussichten oder der notwendigen Anzahlen der Behandlungen gerne auf das Register zurück.

Außerdem wird durch das IVF Register eine angemessene Argumentationsgrundlage für die Diskussionen in der Öffentlichkeit und Politik geschaffen.

Durch die Datenerhebung findet jedoch nicht nur eine Überprüfung und Qualitätssicherung statt, auch die Forschung auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin profitiert enorm von den Daten. Aus diesem Grund gibt es ein weltweites Interesse an den Daten des deutschen IVF Registers.

So werden die Ergebnisse beispielsweise jedes Jahr im European IVF Monitoring (EIM) zusammengestellt. Die Daten aus Deutschland werden weiterhin im International Committee Monitoring Assisted Reproductive Technologies (ICMART) berücksichtigt und somit Forschern weltweit zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse der jeweiligen Kinderwunsch-Zentren werden dabei anonymisiert, um möglichst unverfälschte gewährleisten zu können. In anderen Ländern, in denen teilweise sogar eine Pflicht für die Veröffentlichung der Zentrennamen besteht, zeigte sich nämlich, dass dies vor allem zu Eigenwerbung und einer Beschönigung der Ergebnisse führte.