Hinweis: dieser Informationstext dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. storchgeflüster übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Wie immer gilt es, einen Arzt und ggfs. Psychologen oder Rechtsanwalt zu konsultieren.

ICSI Intracytoplasmatische Spermieninjektion

Bild & Quelle: medistock, shutterstock

Was versteht man unter ICSI, einer Intracytoplasmatischen Spermieninjektion?

Die ICSI, auch Mikroinsemination genannt, ist eine der beliebtesten Methoden zur künstlichen Befruchtung. Sie ist neben der In-vitro-Fertilisation (IVF) die Behandlung, die den höchsten Schwangerschaftserfolg verspricht.
Angewandt wird diese Behandlung meist bei einer festgestellten Unfruchtbarkeit des Mannes, die in Form von zu langsamen, unbeweglichen oder kaum vorhandenen Spermien vorliegen kann.
Entwickelt wurde die ICSI auf Grundlage der IVF Anfang der neunziger Jahre. Beide Befruchtungsvorgänge finden außerhalb des Körpers (extrakorporal) in einem Labor statt. Im Gegensatz zur IVF, wo Spermien und Eizellen in einer Glasschale sich selbst überlassen werden, wird bei der ICSI ein intaktes Spermium aktiv in die entnommene Eizelle injiziert. Der klare Vorteil dieser Methode ist, dass besonders träge Spermien, die das Durchbrechen der Membran der Eizelle mit eigener Kraft nicht schaffen würden, durch die Injektion direkt in das Zellinnere transportiert werden.

Die unten aufgeführte Grafik zeigt den Unterschied zwischen ICSI (rechts) und IVF (unten).

unterschied ivf icsi

Bild & Quelle: tefi, shutterstock

Ein weiterer Vorzug ist, dass bei der ICSI lediglich eine einzige Samenzelle zur Befruchtung des Ovulums benötigt wird. Diese Tatsache gibt auch vermeintlich unfruchtbaren Männern mit sehr geringer Spermienproduktion die Möglichkeit, Kinder zu zeugen.
Die Ergebnisse dieser Methode sprechen eindeutig für sich: Das deutsche Register für künstliche Befruchtung, das seit 1987 Daten über die humane Reproduktionsmedizin erhebt, zeigt allein für 2013, dass 50% aller durch assistierte Reproduktion geborenen Kinder, mithilfe der ICSI entstanden sind.
Aufgrund der hohen Erfolgsrate wird die ICSI der IVF in den meisten Fällen vorgezogen. Im Jahr 2014 wurde die Methode der direkten Spermieninjektion bei 75% aller künstlichen Befruchtungen angewendet. Vor dem Hintergrund, dass der Mann nur in 30% der Fälle der unfruchtbare Part ist, stellt sich natürlich die Frage, warum die ICSI doppelt so häufig angewendet wird, wie jede andere Fruchtbarkeitsbehandlung:
Mit der Häufigkeit der Durchführung dieser Methode hat man im Laufe der Zeit festgestellt, dass sie auch bei anderen Ursachen für Unfruchtbarkeit eine Lösung sein kann. So findet sie nicht etwa mehr nur Anwendung bei Schwierigkeiten seitens des männlichen Partners, sondern auch bei Paaren, bei denen vorherige, extrakorporal durchgeführte Befruchtungen gescheitert sind. Erfolge mit ICSI wurden jedoch auch bei Paaren verzeichnet, deren Kinderlosigkeit keine physiologisch eindeutige Ursache hatte. Auch bei einer geringen Anzahl von Eizellen, immunologischen Faktoren und schweren Erkrankungen wird eine Behandlung mit direkter Spermieninjektion den anderen Methoden vorgezogen.

ICSI Erfolgschancen

Vom Erfolg der ICSI hängen viele Faktoren ab. Trotz dem das Spermium die Eihülle nicht mehr selbstständig passieren muss, sondern direkt in die Keimzelle injiziert wird, ist die Garantie für eine Schwangerschaft nicht automatisch gegeben.
Die Befruchtung der Eizelle unter ICSI geschieht in etwa 70 % der Fälle. Die tatsächliche Schwangerschaftsrate beträgt während des ersten 3 Versuche jeweils 15-20%. In diesen Prozentsatz fallen ausschließlich Schwangerschaften, die zur Geburt des Kindes geführt haben. Diese doch recht geringe Anzahl wirkt zunächst einschüchternd, ist aber relativ hoch, wenn man all die Schritte bedenkt, die die befruchtete Eizelle bis zur tatsächlichen Schwangerschaft durchlaufen muss: Nach der Befruchtung muss eine gewisse Entwicklung zu beobachten sein, um sie tatsächlich in die Gebärmutter einsetzen zu können. Ist dies nicht gegeben, ist der Versuch auch trotz zunächst erfolgreicher Befruchtung gescheitert. Sollte dieser jedoch eingetreten sein, ist auch die Einnistung in die Gebärmutter noch nicht automatisch gesichert. Ob und wieso sich eine befruchtete Eizelle durch ICSI einnistet, ist pauschal nicht festzulegen.
Im Großen und Ganzen kann man jedoch einige Faktoren nennen, die das Verfahren und eine Schwangerschaft negativ beeinflussen. In erster Linie zählt dazu das Alter. Ist eine Frau über 35 Jahre alt, verringert das nicht nur die Anzahl der zu befruchtenden Eizellen, es verringert auch deren genetische Qualität. Dies tritt in Form von Chromosomanomalien auf, die eine natürliche Empfängnis in der Regel nicht ermöglichen. Sollte dies der Fall sein, so gibt es jedoch auch die Möglichkeit, Spendereizellen einer jüngeren Frau für den Vorgang in Anspruch zu nehmen. Ein entscheidender Faktor ist der Lebensstil der Frau: Medikamente, Alkohol und eine schlechte Ernährung sind für die Empfängnis durch ICSI eher abträglich. Auch ein Über- oder Untergewicht kann die Behandlung negativ beeinflussen.
Zusammenfassend sind die Erfolgschancen durch eine ICSI sehr individuell. Ob eine Frau tatsächlich schwanger wird und das Kind austrägt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Trotzdem sollten sich Paare nicht zu sehr unter Druck setzen, wenn es nicht sofort funktioniert. Die Erfolgschancen steigen tatsächlich mit der Anzahl der Versuche.

ICSI Fehlgeburt Statistik

Durch die Aufzeichnungen des DIR (Deutsches IVF-Register) kann man lediglich sagen, dass bei künstlicher Befruchtung ein leicht erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt besteht. Während es bei einer „natürlichen“ Schwangerschaft bei rund jeder 15. zu einer Fehlgeburt kommt, ist es in der Reproduktionsmedizin im Schnitt jede 12. Empfängnis, die in einem Abbruch endet.
Auch hier spielen die genannten Faktoren eine große Rolle. Besonders tragend ist auch hier der Faktor des Alters der Frau. Es konnte beobachtet werden, dass Frauen über 35 die höchste Abbruchrate zu verzeichnen haben.

ICSI Wie viele Versuche benötigt es bis zur erfolgreichen Schwangerschaft?

Auch zu dieser Frage gibt es pauschal keine allgemeingeltende Anzahl. Wie bereits festgestellt, steigt die Erfolgschance mit der Anzahl der Versuche. Bei dieser Aussage muss allerdings beachtet werden, dass die Hormonbehandlungen zu starkem emotionalen Stress bei Frauen und damit auch in Partnerschaften führen können. Die Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke sind hochdosierte Hormonpräparate, die in der Regel beträchtliche Nebenwirkungen haben können. Dies und der finanzielle Aspekt sind die wichtigsten Gründe, weshalb die meisten Paare nach 3-4 erfolglosen Zyklen die Behandlung wieder abbrechen.
Eine von 2003-2012 durchgeführte Studie in Großbritannien erwies allerdings, dass die Erfolgschance nach dem 6. Versuch immens ansteigt. So haben nach 6 Versuchen 65%, also über die Hälfte der Frauen unter 40, tatsächlich ein Baby durch künstliche Befruchtung ausgetragen. Bei Patientinnen zwischen 40 und 45 Jahren war es nur noch jede dritte.
Bis zum 9. Versuch stieg die Erfolgsrate sogar bis auf 72%. Bei älteren Frauen war diese Erhöhung nur noch durch eine Eizellspende festzustellen.

GEHEIMTIPP: Wie Du die Chance schwanger zu werden während einer ICSI noch weiter steigern kannst!

Stelle Dir nun vor, Du bist fest entschlossen, eine künstliche Befruchtung vornehmen zu lassen! Dann schliesst sich für die meisten Frauen die nächste logische Frage, ob es denn noch irgendwas gibt, was sie tun können, um die Chance schwanger zu werden während einer ICSI noch weiter zu erhöhen?

Fakt ist: Es ist durch zahlreiche Studien inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Du durch gezielte Stimulation von Körper & Geist Deine Chance schwanger zu werden massiv beeinflussen kannst. Forscher der Harvard Medical School haben diesen Sachverhalt seit über 20 Jahren belegt und kommen zu dem Ergebnis, dass die Chance mehr als verdoppelt werden kann!

Wie? Unter anderem durch gezielte Visualisierungen, Meditationen, Yoga-Übungen und eine gute Vorbereitung.

Jetzt magst Du Dich fragen, ob das auch für Dich gilt? Es gibt natürlich nie eine Garantie, aber storchgeflüster hat keinen Aufwand gescheut und einige der besten Kinderwunschexperten aus Deutschland in einem Online-Kurs zusammengebracht. Probiere es aus und lass Dich überzeugen!

Klick auf das pinke Reagenzglas und entdecke unseren Klinik-Kurs, der besonders geeignet ist, wenn Du schon in der Klinik angemeldet bist!

Klinik Icon Bist Du noch nicht soweit, aber möchtest schon etwas für Deine Fruchtbarkeit tun? Dann könnte Dir unser Rundum Sorglos-Paket gut gefallen.

Hier erhälst Du umfassendes Know-How zu den wesentlichen natürlichen Methoden, um schwanger zu werden. Sie alle helfen Dir, Deinen Körper und Deinen Geist in Balance zu bringen und Deine Fähigkeit schwanger zu werden deutlich zu verbessern. Faszinierende Experten aus Deutschland, absolute Kenner ihres jeweiligen Fachbereichs mit Bestbewertungen bei jameda & Co warten in den jeweiligen Online-Kursen auf Dich, um DIR zu helfen.

Vielleicht klickst Du einfach einfach mal auf den pinken Storch und entdeckst die wunderbare Welt von storchgeflüster für Dich?

ICSI Voraussetzungen und Vorbereitung

Die Voraussetzungen für eine ICSI sollte in zwei Aspekte unterteilt werden. Natürlich müssen zum Ersten die Voraussetzungen für die Krankenkasse gegeben sein, falls Sie auf eine Kostenübernahme angewiesen sind. Auf der anderen Seite stehen die emotionalen Auf und Abs vor, während und auch nach der Behandlung, derer sich Paare unbedingt bewusst sein sollten.

ICSI Voraussetzungen für die Krankenkassen

Gesetzliche Krankenversicherung Kostenübernahme bei Kinderwunschbehandlung

Bild & Quelle: PhotographyByMK , shutterstock

Für die Übernahme der Kosten einer Fertilitätsbehandlung geben die Krankenkassen einige Bedingungen vor. Dazu zählt unter anderem Alter, Art und Definition der vorliegenden Fruchtbarkeitsstörung und einige Untersuchungen, derer sich das Paar unterziehen muss, bevor eine Behandlung bewilligt wird:

  • Die Frau muss zwischen 25 und 40 Jahren alt sein. Der Mann zwischen 25 und 50 Jahren.
  • Das Paar muss verheiratet sein oder in fester Partnerschaft zusammen leben.
  • Beide Partner müssen einen negativen HIV-Test vorweisen können.
  • Es muss eine schwere Fertilitätsstörung des Mannes vorliegen.
  • Seit dem 02. Juni 2017 gilt der Abstand von 12 Wochen zwischen 2 Spermiogrammen nicht mehr. Beide müssen jedoch nach wie vor auf den Grundlagen des Handbuchs der WHO durchgeführt werden. Grenzwerte für die Beurteilung des Spermiogramms werden nicht mehr aufgeführt.
  • Vor der Erstellung des Kostenplans ist der Besuch eines Arztes mit der Zusatzbezeichnung „Andrologie“ notwendig.

Selbst wenn alle Voraussetzungen zur Kostenübernahme gegeben sind, entscheidet nicht das Paar über die Art der Behandlung. Bei nicht klar definierten Krankheitsbildern übernimmt die Krankenkasse zuerst die IVF. Erst bei erfolgloser IVF wird eine ICSI in Betracht gezogen. Die direkte Spermieninjektion wird nur in seltenen Fällen als erstes angeboten. In der Regel übernimmt die Krankenkasse 50% aller Kosten nur für die ersten 3 Versuche.

ICSI Emotionale Voraussetzungen

Zu allem Anderen kommt auch eine emotional sehr aufwühlende Zeit auf das Paar zu. Viele sind sich dessen nicht bewusst, weil im Vordergrund der Wunsch und die Chance auf ein Baby steht.

ICSI emotionale Voraussetzungen

Bild & Quelle: fizkes, shutterstock

Wie bereits festgestellt, gibt es jedoch einige Hürden, die es zu überwinden gilt.

  • Bevor es zur Bewilligung einer Fruchtbarkeitsbehandlung kommen kann, muss die Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden. Dies ist nicht nur unglaublich zeitaufwendig, sondern kann auch am Selbstbewusstsein des betroffenen Partners nagen. Eine gute Voraussetzung, eine solche Belastung durchzustehen, ist eine gefestigte Partnerschaft. Füreinander einzustehen und sich gegenseitig zu ermutigen ist ein wichtiger Grundstein für den weiteren Weg.
  • Auch die Behandlung durch ICSI selbst wird einen hohen Zeitaufwand mit sich bringen. Geduld ist in diesem Fall eine Tugend: Der gesamte Behandlungsablauf wird genau getaktet. Jeder Schritt braucht seine Zeit und auch bei noch so genauer Planung ist keine Garantie für den Eintritt einer Schwangerschaft durch ICSI gegeben. Diese zugegebenermaßen harten Fakten sind eine wichtige Grundlage, um diese Behandlung mit einer realistischen Erwartungshaltung anzugehen.
  • Gerade die Frau wird durch die hochdosierten Hormonbehandlungen mit etlichen Nebenwirkungen zu kämpfen haben. Stimmungsschwankungen werden Teil des Alltags und können eine Partnerschaft belasten. Sollte also mehr als ein Zyklus der ICSI als Fruchtbarkeitstherapie geplant sein, muss das Paar sich über diese zusätzliche Belastung bewusst sein. Durchhaltevermögen ist essentiell für die Behandlung, da mit der Anzahl der Versuche die tatsächliche Schwangerschaftsrate ansteigt.

ICSI Vorbereitung

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann die Behandlung auch schon losgehen. Als Vorbereitung der Frau auf den tatsächlichen Ablauf der ICSI wird eine sogenannte „Downregulation“ bei der Patientin vorgenommen. Diese beinhaltet die Einname von sogenannten GnRH-Analoga (Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga, siehe Grafik unten), die die körpereigenen Fruchtbarkeitshormone vorübergehend reduzieren, indem sie den Progesteron- und Östrogenspiegel deutlich senken. So wird gewährleistet, dass kurz vor der Behandlung nicht doch ein vorzeitiger Eisprung stattfindet. Außerdem kann so ein optimaler Zeitpunkt für den Eisprung gesteuert werden.
Die Downregulation beginnt meist in der 2. Zyklushälfte zwischen dem 13. und 23. Zyklustag, also ungefähr 2 Wochen vor dem tatsächlichen Behandlungsbeginn.

GnRH - Gonadotropin Releasing Hormon-Analoga

Bild & Quelle: molekuul_be, shutterstock

Durch die Einführung dieser Methode wurde weltweit eine geringere Abbruchrate der Behandlungszyklen verzeichnet. Dies rührt daher, dass bei einem vorzeitigen Eisprung keine künstliche Befruchtung stattfinden kann. Es muss sichergestellt sein, dass dieser kurz vor der Eizellentnahme eingeleitet wird, um die bestmögliche Qualität der Eizelle für die assistierte Befruchtung sicherzustellen. Ist diese nicht gegeben, könnte die Behandlung schon an dieser Stelle gescheitert sein.

Spermienqualität

Bild & Quelle: Marochkina Anastasiia , shutterstock

Beim Mann wird vor Beginn der ICSI ein Spermiogramm durchgeführt, das den Zustand der Spermien im Ejakulat wiedergibt. Sollten gar keine Spermien vorhanden sein, kommen zwei mikrochirurgische Eingriffe in Frage: Samenzellen können direkt aus den Samenleitern entnommen (MESA – Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration) oder aus dem Gewebe der Hoden extrahiert werden (TESE – Testikuläre Spermienextraktion). Welche Möglichkeit die sinnvollste ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

ICSI Ablauf der Behandlung

Sind alle Voraussetzungen erfüllt und alle Vorbereitungen getroffen, kann der Behandlungsablauf der ICSI auch schon beginnen. Wie auch bei anderen Methoden der künstlichen Befruchtung besteht ein Behandlungszyklus auch bei der ICSI aus mehreren Phasen.

ICSI Ovarielle Stimulation

Zwei Wochen nach erfolgreicher Downregulation konzentriert sich die erste Phase der ICSI auf die vermehrte Produktion von Eizellen (ovarielle Stimulation). Stellt sich danach bei einer Ultraschalluntersuchung heraus, dass genügend Eizellen der richtigen Größe vorhanden sind, wird der Patientin 35-36 Stunden vor der Eizellentnahme das Hormon hCG verabreicht, um den Eisprung auszulösen.

Ovarielle Stimulation

Bild & Quelle: Shidlovski, shutterstock

ICSI Follikelpunktion

Die 2. Phase besteht nun aus der Follikelpunktion. Hierbei handelt es sich um einen geringfügigen, chirurgischen Eingriff, bei dem die herangereiften Eizellen aus den Eibläschen entnommen werden. Während einer vaginalen Ultraschallkontrolle werden die Follikel mit einer dünnen Nadel punktiert und aspiriert. Dabei wird die Eizelle mitsamt der umgebenden Flüssigkeit abgesaugt und direkt in ein steriles Röhrchen gegeben.
Anschließend werden diese an den Embryologen weitergegeben, der die Flüssigkeit unter dem Mikroskop auf Eizellen untersucht. Im nächsten Schritt entnimmt er diese und gibt sie in ein Kulturmedium, das durch konstante, chemische Zusammensetzung und Temperatur den Erhalt der Keimzelle gewährt.

Da pro Behandlungszyklus nicht mehr als 3 befruchtete Eizellen eingesetzt werden sollten, kann man übrig gebliebene Eizellen durch die sogenannte Kryokonservierung einfrieren lassen. Im Gegensatz zu eingefroren Spermien haben Eizellen nur eine geringe Überlebensrate nach dem Auftauen. Es hat sich herausgestellt, dass bereits befruchtete Eizellen eine weitaus höhere Lebensfähigkeit (ca. 70%) nach dem Auftauen aufweisen. Eine Einfrierung in flüssigem Stickstoff muss jedoch nach dem Embryonenschutzgesetz im Vorkern-Stadium stattfinden, da es sich biologisch noch nicht um einen echten Embryo handeln darf.

ICSI Befruchtung

Wurden im Labor nun eine gute Eizelle und ein bewegliches Spermium gefunden, kann nun die tatsächliche ICSI stattfinden. Hierbei wird die Samenzelle mit einer Mikropipette direkt in das Innere der Eizelle injiziert. Bei erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich binnen weniger Tage mehrzellige Embryonen.

ICSI Transfer

Der Transfer der gewonnen Embryonen findet dann auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl statt. Zumeist wird dies ohne Narkose durchgeführt, kann aber auf Wunsch der Patientin auch mit leichten Narkotika begleitet werden.
Der Arzt zieht die Embryonen zunächst mit einem Transfer-Katheter auf. Dieser wird dann durch die Vagina bis hin zur Gebärmutter eingeführt, wo die befruchteten Eizellen letztendlich platziert werden. Nachdem der Katheter wieder entfernt wurde, sollte die Patientin noch einige Zeit im Ruheraum warten, bis sie wieder nach Hause gehen kann.

IVF Embryotransfer

Bild & Quelle: Marochkina Anastasiia , shutterstock

Um den Embryonen das Einnisten in die Gebärmutterschleimhaut zu erleichtern, sollte in den ersten 3 Tagen nach dem Transfer auf Stress, schwere körperliche Arbeit und Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

ICSI Unterstützung der Gelbkörperphase

In der 2. Zyklushälfte nach dem Transfer beginnt die Gelbkörperphase. Um auch hier nichts dem Zufall zu überlassen, wird diese durch die Gabe von Progesteron unterstützt.

Progesteron zur Unterstützung der Gelbkörperphase

Bild & Quelle: Zerbor , shutterstock

Dieses gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen:

  • Gel oder Kapsel zum Einführen in die Vagina
  • Leicht anwendbare Spritze (Injektion in den Muskel)
  • Tablette zur oralen Einnahme

Ob die Einnistung durch ICSI tatsächlich erfolgreich war, können Paare ungefähr 14 Tage nach dem Transfer der Embryonen durch einen Schwangerschaftstest feststellen.

ICSI Berechnung des Geburtstermins

Da es durch eine ICSI einen genauen Zeitpunkt der Befruchtung gibt, könnte man davon ausgehen, dass der Geburtstermin sogar noch genauer bestimmt werden kann als bei einer natürlichen Empfängnis. Aber wie bei jeder Schwangerschaft ist die Entwicklung des Kindes ab dem 4. Monat ganz individuell. Die einen wachsen schneller, die anderen langsamer. Das eine Baby ist recht groß, das andere wiederum eher klein. Die Reifung eines Embryos bis hin zum voll entwickelten Säugling ist vollkommen unabhängig von der Art der Empfängnis.
Gerade einmal 4% aller Kinder kommen genau am errechneten Geburtstermin zur Welt. Man spricht also eher von einem „Geburtszeitraum“ als von einem echten Geburtstermin.
Bei Mehrlingsschwangerschaften scheint es sogar kaum möglich, nur einen bestimmten Zeitraum nennen zu können. Sie kommen bereits zwischen der 36. und 38. Woche zur Welt.

ICSI Risiken

Wie alle Methoden der künstlichen Befruchtung birgt auch die ICSI einige Risiken. Vor allem die Frau muss sich einigen dieser Gefahren aussetzen. Im Folgenden sind einige der bekanntesten Schwierigkeiten unter ICSI aufgeführt.

Hormonbehandlung

Eines der größten Risiken birgt die Hormonbehandlung, derer sich Frauen zu Beginn der Behandlung und zum Teil auch noch während der Schwangerschaft unterziehen müssen. Die schlimmste Komplikation ist ein dadurch verursachtes Überstimulationssyndrom. Die erwünschte Vergrößerung der Eierstöcke unter der Hormonbehandlung zeigt sich zumeist mit einem Spannungsgefühl im Unterleib, Gewichtszunahme und Unwohlsein. Bei einer Überstimulation kann es im weiteren Verlauf zu Übelkeit und Erbrechen bis hin zu multiplem Organversagen und einer nötigen intensivmedizinischen Behandlung kommen. Durch neue Medikamente wurde dieses Risiko allerdings auf 0,5-2,0% aller Behandlungszyklen reduziert.

Operative Eizellgewinnung

Auch, wenn sich bei der Follikelpunktion um einen verhältnismäßig kleinen Eingriff handelt, kann es dennoch zu Komplikationen kommen. Eine der größten wäre eine Blutung aus der Vagina oder gar in den Bauchraum. Auch kleine und größere Verletzungen von Darm, Blase und Harnleiter sind nicht ausgeschlossen.

Mehrlingsschwangerschaften

Eine Behandlung durch ICSI birgt eine erhöhte Gefahr für Mehrlingsschwangerschaften. Während es von einigen Paaren sogar gewünscht ist, ist nur schon die Vorstellung für andere ein Albtraum. Abgesehen von organisatorischen und finanziellen Gründen birgt eine Mehrlingsschwangerschaft leider auch höhere Risiken für Mutter und Kind. Wassereinlagerungen, erhöhter Blutdruck, akute Leberschädigung und Nierenstörungen sind bei mehr als einem Kind im Uterus gängige Krankheitsbilder. Auch die Fehl- und Totgeburtrate ist 6 mal höher als bei Einlingschwangerschaften.

IVF Zwillinge

Bild & Quelle: Justyna Troc, shutterstock

ICSI Kinder

Die Ärztezeitung veröffentlichte 2011 einen Artikel über eine Studie, die vermeintlich belegte, dass sich ICSI Kinder, die zeitgerecht und normalgewichtig geboren werden, körperlich als auch geistig genauso akkurat entwickeln, wie durch natürliche Empfängnis entstandene Kinder.
Einzig die erhöhten Risiken, denen eine ICSI Patientin während der Schwangerschaft ausgesetzt ist, kann einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nach der Geburt haben.
Dazu zählen Praeklampsie, ein erhöhte Frühgeburtsrate und eine Wachstumsrestriktion des Kindes im Uterus. Das Risiko einer Frühgeburt ist bei künstlicher Befruchtung dreimal so hoch, wie das bei einer spontanen Empfängnis. Diese Statistik gilt allerdings auch für Paare, bei denen die Konzeption erst nach 12 Monaten des aktiven Versuchens stattgefunden hat.
Das Ärzteblatt berichtete 2012 außerdem von einer Studie des South Australian Birth Defect Registers. Dieses archiviert nicht nur die Geburtsbescheinigungen, sondern zeichnet auch die Fehlbildungen und Krankheiten auf, die bis zum 5. Lebensjahr des Kindes bekannt geworden sind. Der Studie zufolge sei das Risiko von Fehlbildungen bei Kindern, die durch künstliche Befruchtung entstanden um 8,3 % erhöht. Zu diesen Fehlbildungen zählen vor allem eine Zerebralparese, angeborene Stoffwechselstörungen und hämatologische Erkrankungen (Erkrankungen des Blutes), die allesamt eine erhebliche Einschränkung in der frühkindlichen Entwicklung und im zunehmenden Alter darstellen würden. Die Diagnose einer Zerebralparese würde für Betroffene ein Leben im Rollstuhl bedeuten. Während die geistige Leistungsfähigkeit meist der eines gesunden Menschens entspricht, wird die körperliche Verfassung durch die angeborene Hirnschädigung im Laufe des Lebens immer schlechter. Kinder mit Zerebralparese sind schon früh auf einen Rollstuhl und häusliche Pflege angewiesen.
2018 wurde eine Studie von American College of Cardiology durchgeführt, bei der der Gesundheitszustand von Jugendlichen, die durch assistierte Reproduktion entstanden sind, mit dem natürlich gezeugter Jugendlicher verglichen wurde. Das Ergebnis war, dass die Heranwachsenden, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, im Durchschnitt früher an Gefäßerkrankungen leiden. Im Umkehrschluss bedeutet dies ein erhöhtes Risiko, im Laufe des Lebens an kardiovaskulären Erkrankungen zu leiden.

ICSI Kosten

Die Höhe der Kosten einer ICSI hängen zum einen von der Krankenkasse und zum anderen von der ausgewählten Kinderwunschklinik ab. Im Schnitt kostet diese Fertilitätsbehandlung zwischen 3000 und 5000 Euro. Bereits enthalten sind in diesem Budget:

  • Medikamente zur ovariellen Stimulation,
  • Follikelpunktion,
  • Spermienaufbereitung,
  • Transfer,
  • und Ultraschalluntersuchungen.

Lediglich die Diagnostik, die der Behandlung vorausgegangen ist, wird von der Krankenkasse in vollem Umfang erstattet.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt 50% der Kosten für 3 Behandlungszyklen der ICSI. Die Hälfte muss das Paar also selbst tragen. Bei privaten Krankenkassen ist dies nicht automatisch gegeben: Individuell angelegte Verträge müssen in einem solchen Fall auf Übernahmemöglichkeiten geprüft werden.
Von einer anteiligen Kostenübernahme für eine ICSI sieht die gesetzliche Krankenkasse gänzlich ab, wenn zuvor eine gewünschte oder medizinisch unbegründete Sterilisierung durchgeführt wurde.
Sollte eine Kryokonservierung gewünscht sein, müssen auch hier die Kosten selbst erstattet werden. Diese belaufen sich für die Konservierung von Eizellen oder Spermien auf 300 Euro. Die Lagerung kostet pro Halbjahr nochmal ungefähr 190 Euro.
Eine Möglichkeit, den Eigenanteil zu reduzieren, ist die zusätzliche Kostenübernahme durch Bund und Länder. Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bieten Unterstützung unterschiedlichen Umfangs an. Auf den Websites der Länder sind die unterschiedlichen Bedingungen und Angebote jedes Bundeslands. Bei unerfülltem Kinderwunsch durch finanzielle Einschränkungen gibt es also noch immer Möglichkeiten.

ICSI Forum

ICSI Forum

Bild & Quelle: serato, shutterstock

Im Internet gibt es zahlreiche Foren, die sich hervorragend zum Austausch über ICSI und einen generell unerfüllten Kinderwunsch eignen.
In jedem dieser Foren gibt es zahlreiche Threads zum Thema ICSI. Ob man nun mitten in der Behandlung steckt, gerade darüber nachdenkt, sich behandeln zu lassen oder einfach nur, um ein paar positive Erfolgsgeschichten über ICSI zu lesen.
Viele Frauen fühlen sich beim Thema künstliche Befruchtung ziemlich allein gelassen, wenn alle in ihrem Umfeld keinerlei Probleme mit der Empfängnis haben. Wirft man einen Blick in die zahlreichen Foren, kann das durchaus tröstend sein: Man stellt nämlich ziemlich schnell fest, dass man nicht allein ist. Zusätzlich zu den öffentlichen Threads besteht auch die Möglichkeit, sich privat auszutauschen. Die meisten bieten nämlich mittlerweile eine Nachrichtenfunktion an, mithilfe derer man sich direkt schreiben kann.
Ein paar Beispiele für Websites mit gängigen Foren zum Thema Kinderwunsch sind:

www.eltern.de
www.urbia.de
www.babyclub.de
www.rund-ums-baby.de

 

Weiterführende Quellen zu ICSI: