Die Altersgrenze der Mütter ist in den letzten Jahren nach oben gegangen. Immer mehr Mütter entscheiden sich, das erste Kind erst im Alter von 35 Jahren zur Welt zu bringen. Einige Mütter müssen hierfür die Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen. Die Reproduktionsmedizin hat sich auf Paare spezialisiert, die sich auf natürlichen Wege den Wunsch einer Schwangerschaft nicht erfüllen können. Für viele Paare ist der Weg in ein Kinderwunschzentrum die letzte Möglichkeit, um die Familie mit einem Kind zu bereichern.

Künstliche Befruchtung

Vor einer künstlichen Befruchtung taucht bei der Beratung natürlich auch die Frage nach dem Alter der werdenden Eltern auf. Wo liegt bei einer künstlichen Befruchtung die Altersgrenze? Ab wann sollte eine auf künstlichem Weg nicht mehr Mutter werden? Diesbezüglich gibt es in einigen Ländern eine gesetzliche Regelung, was die Altersgrenze der Mutter betrifft. Diese Altersgrenze kann von Land zu Land sehr unterschiedlich festgelegt sein.

In Deutschland ist keine Altersgrenze vorgeschrieben

Altersgrenze künstliche Befruchtung

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Auch wenn es in Deutschland keine klare Altersgrenze bei einer künstlichen Befruchtung gibt, haben Frauen ab 40 Jahren keinen Anspruch auf einen Krankenkassen Zuschuss für eine künstliche Befruchtung. Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts ist diese Altersgrenze rechtmäßig und verstößt somit nicht gegen das Gleichheitsgebot. Das bedeutet, dass bei einem unerfüllten Kinderwunsch gesetzliche Krankenkassen bei einer künstlichen Befruchtung die Kosten nicht mehr übernommen werden müssen, wenn die Frau die Altersgrenze von 40 Jahren überschritten hat.

Altersgrenze bei einer künstlichen Befruchtung

Einige Kliniken haben sich bei einer künstlichen Befruchtung auf eine Altersgrenze von 50 Jahren festgelegt. Sie erhalten diese Grenze von 50 Jahren als sinnvolles Limit und tragen dabei vor allem ihrer ärztlichen Vorsorgepflicht Rechnung. Viele Ärzte raten von einer ersten Schwangerschaft ab 50 ab. Natürlich wird bei jedem Paar aber fallweise entschieden und die Gesundheit sowie das allgemeine Wohlempfinden der Mutter spielen eine große Rolle.

Späte Schwangerschaften haben Vorteile

späte Schwangerschaft

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Ältere Mütter werden in der heutigen Zeit von der Gesellschaft akzeptiert. Trotzdem kommt es häufig zu kritischen Äußerungen. Während es früher hieß “Du bist zu jung für ein Kind” hört man heute öfters die Aussage “Für ein Kind bist du doch viel zu alt”. Junge Mütter sind oftmals bei einer Doppelbelastung gestresst. Auf der einen Seite möchte sie natürlich eine gute Mutter sein, auf der anderen Seite hat sie ihre beruflichen Interessen, die sie verwirklichen möchte. Das ist oftmals ein schwieriger Spagat, bei dem die Karriere auf der Strecke bleibt. Bei einem Paar im mittleren Alter, die sich für ein Wunschkind entscheiden, sind die finanziellen Voraussetzungen deutlich besser. Das leben verläuft in wesentlich ruhigeren Bahnen und das soziale Umfeld ist gesichert. Viele Paare finden nach Jahren viel mehr Zeit für das Baby. Für ältere Frauen hat das den Vorteil, dass sie viel leichter in die Mutterrolle schlüpfen können.

Die natürliche Fruchtbarkeit

Umso weiter die Mutterschaft herausgezögert wird, umso häufiger macht die biologische Uhr des Paares dem Kinderwunsch einen Strich durch die Rechnung. Bei Frauen sinkt die natürliche Fruchtbarkeit bereits ab dem 30. Lebensjahr. Ab diesem Alter nimmt die Qualität und Anzahl der Eizellen ab. Die Fruchtbarkeit liegt bei Frauen nach dem 40. Lebensjahr nur noch unter 10%. Männer können bis ins hohe Alter hinein noch zeugungsfähig sein. Aber auch bei ihnen tritt eine sinkende Fruchtbarkeit ein, da die Spermien Qualität und Anzahl sinkt. In der Regel sind die Spermien ab dem 40. Lebensjahr sehr langsam.

Eizellenspenden für Frauen im mittleren Alter

Einer Frau, die vorab keine Vorsorge getroffen hat, kann mit einer Eizellspende geholfen werden. Von diesem Verfahren profitieren vor allem die Frauen, die durch ihr höheres Alter oder sonstigen Gründen nicht in der Lage sind, eigene Kinder zu bekommen. In Spanien beispielsweise ist eine Eizellspende gesetzlich verankert. In der Reproduktionsmedizin gibt es die unterschiedlichsten Verfahren, die für die Befruchtung von Eizellen eingesetzt werden können. Häufig erfolgt in einem Labor die Vereinigung von Eizelle und Spermien. Bei der Intrazytoplasmatischen Injektion wird eine Samenzelle direkt in eine Eizelle injiziert. Bei beiden Methoden kommen die Eizellen danach in einen Brutschrank. Nach einiger Zeit wird der befruchtete Embryo in die Gebärmutter eingesetzt.

Angst vor Fehlbildungen sind unbegründet

Viele Frauen, die bereits etwas älter sind, haben Angst vor einer Mehrlingsgeburt. Ein Risiko kann dadurch gemindert werden, da beim Embryotransfer nur ein Embryo verwendet wird. Auch eine Angst vor einer Fehlbildung des Embryos ist in der Regel unbegründet. Eine australische Studie hat sich 2016 mit diesem Thema etwas näher beschäftigt. Hierbei kam heraus, dass es häufiger bei einem Kind zu einem Gendefekt kommt, wenn bei einer Frau unter 30 Jahren eine Schwangerschaft nachgewiesen wird. Bei einem Geburtsdefekt kommt es häufig auf die Lebensweise und weniger auf das Alter der Mutter an. Viele Frauen im mittleren Alter achten sehr auf eine gesunde Ernährung. Sie treiben Sport und verzichten auf Alkohol und Zigaretten. Für eine spätere Mutter dürfte das Ergebnis der Studie sehr beruhigend sein. Wenn Eltern unter einer schweren Erbkrankheit leiden und Angst haben, diese an ihr Kind weiterzugeben, steht eine Präimplantationsdiagnostik zur Verfügung. Hierbei kann festgestellt werden, ob der künstlich gezeugte Embryo ein defektes Gen in sich trägt. Der behandelnde Arzt wird nur gesunde Embryos in die Gebärmutter einsetzen. Dementsprechend kann auch dieses Risiko gesenkt werden.

www.kindeshalb.de/welche-krankenkasse-uebernimmt-kuenstliche-befruchtung-zu-100/
www.wunschkinder.net/aktuell/wissenschaft/alter-und-fruchtbarkeit/bis-zu-welchem-alter-ist-eine-kuenstliche-befruchtung-erfolgversprechend-5822/
www.kindeshalb.de/kuenstliche-befruchtung-altersgrenze/